Fachkräftemangel
Fachkräftemangel
Fachkräftemangel in der Luftfracht führt zu Wettbewerbsnachteilen
Der Fachkräftemangel stellt eines der größten Geschäftsrisiken für Unternehmen dar und zählt gleichzeitig branchenübergreifend zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Dies betrifft auch die Logistik- und Luftfahrtbranche und damit im besonderen Maße auch den Luftfrachtsektor.
Aktuelle Branchendaten zeigen, dass die Luftfrachtabfertiger in Deutschland weiterhin steigende Mengen bewältigen, während sich die Personalsituation zunehmend als Herausforderung erweist. Nach Angaben des Verbands der Air Cargo Abfertiger Deutschlands (VACAD) haben die Mitgliedsunternehmen im Jahr 2025 rund 1.861.191 Tonnen Luftfracht umgeschlagen, nachdem es 2024 noch 1.785.184 Tonnen gewesen waren. Der Zuwachs von über 75.000 Tonnen entspricht in etwa der Transportkapazität von rund 750 Boeing 777F. Die Beschäftigtenzahlen halten mit dieser Entwicklung jedoch nicht Schritt. Im vierten Quartal 2025 beschäftigten die VACAD-Mitgliedsunternehmen 3.241 Mitarbeitende, deutlich unter dem Vorjahreswert von 3.443 Mitarbeitenden. Trotz wachsender Frachtmengen bleibt die begrenzte Verfügbarkeit von Personal damit eine zentrale Herausforderung für die Branche. Viele Unternehmen suchen weiterhin dringend Personal, stoßen jedoch auf erhebliche Zugangshürden, insbesondere durch langwierige Zuverlässigkeitsüberprüfungen sowie zusätzliche regulatorische Anforderungen. Der strukturelle Fachkräftemangel betrifft damit zentrale Schnittstellen der Luftfrachtlieferkette wie Handling, Abfertigung und angebundene Transportprozesse. Diese Entwicklung deckt sich mit den Ergebnissen des DIHK Fachkräftereports 2025/2026, wonach mehr als jedes dritte Unternehmen in Deutschland offene Stellen zumindest teilweise nicht besetzen kann. Besonders betroffen sind Berufe mit dualer Ausbildung, die auch für die Luftfrachtlogistik von zentraler Bedeutung sind. In der Folge geraten Kapazität, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit des Luftfrachtstandorts Deutschland zunehmend unter Druck.